Sellnowo

Stammsitz der Familie Rechenberg

Unter den zerstörten Dörfern, die zu dem Teil des Kulmer Landes gehörten, den 1222 der Herzog von Masowien Bischof Christian verliehen hatte, befand sich auch Selnowo. Vor der Wiedereroberung des Kulmer Landes durch die pomesanischen Prussen gehörten diese Dörfer einem Grafen Syro um Kulm herum. Eine Ortschaft wurde Selnowis genannt, die nach der Beschreibung ihrer geographischen Lage nur Sellnowo gewesen sein kann.

Der Ort ist zur Ordenszeit spätestens um die Mitte des 14. Jahrhunderts wieder neu erstanden. In einer Urkunde des Königsberger Ordensarchivs, die von dem von 1363 bis 1370 amtierenden Rehdener Komtur Petzold von Korwis unterzeichnet ist, wird der Ort in einem Tauschvertrag erwähnt. Nach diesem Vertrag werden dem ehrbaren Hansen, dem alten Schulzen zu der wenigen Bliese 4 Hufe in Silnau zu einem Schulzenamt erblich verliehen, wovon er dienen soll mit Hengst und Waffen nach Gewohnheit des Landes. Weiter wird Selnowo in einer Rehdener Urkunde von 1386 genannt, nach der der getreue Peter Schulz von Silnau vom Rehdener Komtur Engelhard Rabe von Wildenstein den 18 Hufen großen Hof Sagen (Golembiewko) gegen einen jährlichen Zins von einer Mark je Hufe und die üblichen Verpflichtungen erwirbt. Im Ordensregister von 1414 wird der vom polnisch-litauischen Heer angerichtete Schaden auf 600 Mark geschätzt. Zehn Personen wurden weggetrieben und erschlagen. Nach den Rehdener Zinsregistern hat Sylnaw 1415 45 Hufen und zinst 20 Mark, 16 Skoter sowie 2 Last und 3 Scheffel Getreide.

1765 sind fast alle Namen deutsch. 1773 waren von den 198 Einwohnern mindestens 137 Deutsche  (lt. Walther Maas). In Goldbecks Topographie vom Jahre 1789 figurirt Sellnowo als Königl. Dorf von 34 Feuerstellen.

Erst 1667 wird Zelnowo wieder genannt. Der Domherr Strzesz berichtet, dass der Ort von Andersgläubigen (Deutschen) bewohnt wird, die ihre Kirchenabgaben zur Pfarre Rehden zu leisten haben.  Auch 1719 wird der Ort „akatholisch“ bezeichnet. Im Visitationsprotokoll der Rehdener Starostei von 1765 wird mitgeteilt, dass Zelnowo 1718 zusammen mit Rosenthal durch den Kulmer Kastellan und Starosten von Rehden, Peter von Czapski, in Zeitpacht ausgegeben wurde. Die Zeitpacht wurde 1750 durch Thomas von Czapski um 40 Jahre verlängert.

Die Namen der 20 deutschen Pächter sind 1765 folgende:

Joh. Flader, Andr. Schwarz, Joh. Hause, Mich. Rechenberg, Christian Garmer, Joh. Roy, Mich. Schreiber, Jakob, David u. Mich. Will, Mich. Stutzki, Martin u. Georg Labs, Georg Flader, Martin Gust, Andr. Trachmill, Christian Stock, Peter Fuhr, Peter Plat, Jakob Winkler. Letzterer besaß den Krug. Die Bauern zahlten zusammen von ihren 32 ½ Hufen einen Jahreszins von 975 fl. guten Münze. Außerdem war ihnen eine größere Weidefläche gegen eine jährliche Pachtsumme von 300 fl. überlassen.

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